Kleben ohne Schaden
Die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird. Hier die lange Antwort — die, die unsere Klebe-Charta in zehn Zeilen zusammenfasst.
Die Regel passt in einen Satz
Eine Fläche, die für freies Plakatieren gedacht ist, oder das Einverständnis der Wandeigentümer. Außerhalb dieser beiden Fälle ist etwas auf fremdes Eigentum zu kleben eine Sachbeschädigung, so gut das Geklebte auch sein mag.
Das ist alles. Der Rest dieser Seite erklärt, was diese beiden Fälle abdecken und warum der Unterschied mehr zählt als die Größe des Stickers.
Freie Plakatflächen, die es wirklich gibt
In Frankreich muss jede Gemeinde Platz für Meinungsplakate und für Ankündigungen gemeinnütziger Vereine bereitstellen. Das sind die freien Plakatflächen: öffentliche Flächen, oft aus Metall oder Holz, manchmal versteckt, an denen jede und jeder ohne vorheriges Fragen plakatieren darf.
Wie viele es sind, hängt von der Größe der Gemeinde ab, und das Rathaus weiß, wo sie stehen. Das ist der sicherste Platz für einen Sticker — und der langweiligste: Dort plakatieren alle, und binnen einer Woche ist man überklebt.
Manche Städte ergänzen das um Wände der freien Meinungsäußerung, gedacht zum Malen und Plakatieren. Das sind andere Flächen, und die örtlichen Regeln unterscheiden sich: Das Rathaus oder die Stadtreinigung beantwortet diese Frage in einem Telefonat. In Deutschland heißen sie Plakatsäulen oder Freiflächen, und die Regeln stehen in der jeweiligen Sondernutzungssatzung — dieselbe Logik, andere Worte.
Die Erlaubnis der Eigentümer
Eine private Wand gehört jemandem. Einer Ladeninhaberin, einem Vermieter, einer Bewohnerin, einem Verein. Fragen dauert dreißig Sekunden und verändert vollständig, was man da tut: mit Einverständnis schmückt man, ohne es beschädigt man.
Für einen Sticker von fünf Zentimetern muss das Einverständnis nicht schriftlich sein, aber man sollte sagen können, wer es gegeben hat. Unsere Botschafter fragen — und gehen manchmal wieder, ohne etwas geklebt zu haben.
Eine Wand, auf der schon Dutzende Sticker kleben, ist deshalb nicht erlaubt. Duldung ist keine Erlaubnis, und sie endet an dem Tag, an dem die Eigentümerin aufräumen lässt.
Was tabu ist, überall, ohne Ausnahme
Denkmäler, denkmalgeschützte Fassaden, Kunstwerke, alter Stein. Kleber, der sich auf porösem Stein schlecht löst, nimmt die Oberfläche mit.
Verkehrsschilder, Ampeln, Sicherheitseinrichtungen. Auch nur einen Teil eines Schildes zu verdecken gefährdet Menschen, und genau so wird es behandelt.
Fahrzeuge, Schaufenster, Briefkästen, Haustüren. Das ist privates Eigentum, dessen tägliche Nutzung ein Sticker stört, und die Eigentümer merken es sofort.
Neues Stadtmobiliar, Parkscheinautomaten, Ladesäulen. Formal öffentliches Eigentum, aber wer es putzt, unterscheidet einen Sticker nicht von einem Tag.
Was das Gesetz vorsieht
Nach französischem Recht fällt Kleben ohne Erlaubnis unter die geringfügige Beschädigung fremden Eigentums. Es ist eine Ordnungswidrigkeit, solange der Schaden gering ist, und eine Straftat, wenn er es nicht ist — die Grenze zieht die Reinigungsrechnung, nicht die Absicht.
Wildes Plakatieren wird zusätzlich vom Umweltgesetzbuch geahndet, unabhängig vom Schaden: Es zielt auf das Plakatieren außerhalb erlaubter Orte.
In der Praxis landet ein Fünf-Zentimeter-Sticker auf einer glatten, ablösbaren Fläche fast nie vor Gericht. Das ist kein Grund, ihn irgendwohin zu kleben: Eine Regel wird nicht falsch, weil sie selten durchgesetzt wird.
Im Ausland gilt das örtliche Recht
Unsere Sticker reisen, und die Regeln sehen von Land zu Land völlig anders aus. Singapur bestraft hart, was Berlin gleichgültig ansieht. Manche Städte behandeln wildes Plakatieren als Strafsache, andere als schlichten Verwaltungsverstoß.
Die Anweisung, die wir unseren Botschaftern geben, ist einfacher als Rechtsvergleichung: Im Zweifel nicht kleben. Kein Sticker ist ein Bußgeld im Ausland wert, geschweige denn eine Nacht in einer Zelle.
Richtig kleben, handwerklich
Eine glatte, nicht poröse Fläche: lackiertes Metall, Kunststoff, das Glas einer Plakatvitrine, lackiertes Holz. Eine poröse Fläche hält den Kleber fest und macht das Ablösen zerstörerisch.
Auf Handhöhe, nicht weit oben. Ein Sticker, den niemand ohne Leiter abziehen kann, ist ein Sticker, den niemand abziehen wird.
Nie die Arbeit anderer überkleben. Das ist die eine Regel, die die Szene ohne Gesetz durchsetzt.
Nimm deinen Müll mit, das Trägerpapier eingeschlossen. Was am Boden liegen bleibt, trennt das Vorbeikommen vom Dreckmachen.
Warum uns diese Seite wichtig ist
Social.Claims hängt vollständig davon ab, dass Menschen ordentlich kleben. Ein schlecht geklebter Sticker ist Vandalismus — und ein Projekt, dessen Sticker binnen einer Woche abgerissen werden, hat bald keine Sticker mehr.
Unsere Klebe-Charta ist öffentlich, verbindlich und wird von jedem Botschafter ausdrücklich akzeptiert, bevor ihm etwas anvertraut wird. Sie sagt dasselbe wie diese Seite, nur in weniger Worten.
Diese Seite beschreibt, was wir anwenden und warum. Sie ist keine Rechtsberatung: Wer bei einer bestimmten Fläche zweifelt, klärt das mit dem Rathaus oder den Eigentümern der Wand besser als mit uns.